November 2008


Seit ich bei der Bundeswehr bin, wachsen mir überall total attraktive Muskeln. An sich ist das gut, aber früher, als ich noch weniger Muskeln hatte, hatte ich seltener Muskelkrämpfe, die konsequenterweise auch schwächer waren.

 

Since I’m in the army there are growing über-attractive muscles all over my body. This is good but some time ago, when I have had less muscles I also had less cramps which also were less intense.

Ich habe mich dazu entschlossen meinen Rechner wieder über ein Kabel mit dem DSL-Router zu verbinden und mit einem Schritt in die Vergangenheit W-LAN hinter mir zu lassen. Bei einem Desktop-PC ist Mobilität kein Faktor und die schwankende Verbindungsqualität sowie die ständigen Softwareprobleme haben mich dann aus der Drahtlosigkeit vertrieben.

Muss ich nur noch aufpassen, dass die Elektronen nicht aus der Kurve fliegen…

 

I’ve gone back to the cable. Those wireless networks have always trouble with the connectivity and stuff. My cable gives me a constant broadband connection. And since I do not have the habit of walking around with my desktop PC I will not get entangled.

I just have to have an eye on the electrons to take the bents.

Feindlage: Nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen in 10/08 hat Seeland Anfang 11/08 seine Truppen im Grenzgebiet zu Bettina zusammengezogen. Es wird erwartet, dass der Feind versucht Brückenköpfe im Raum Oldenburg-Weißenhaus-Putlos zu errichten um danach in grob südlicher Richtung in Richtung Kiel vorzugehen. Dazu wird der Feind mit Spähtrupps vorgehen um Positionen für den Brückenkopf auszuspähen.

Eigenlage: Die vierte und neunte Batterie haben Camp Wagrien bezogen. Die Züge 1 und 3 der neunten Batterie beziehen Position bei Gabelwald und sichern den Wiederaufbau von Camp Wagrien in nördliche Richtung ab. Kampfbereitschaft ist bis 17.00 Uhr herzustellen.

Minenlage: Die Minengefahr wird als gering eingeschätzt.

Erkennungszeichen:

Bei Tag: Frage: Einmal Gewehr am rechten Arm ausstrecken. – Antwort: Zwei mal Helm über den Kopf halten.

Bei Nacht: mit Taschenlampe Frage: rot-grün-rot – Antwort: grün-rot-grün

Parole: 04.11.08: November – India; 05.11.08: Whisky – Sierra; 06.11.08: Kilo – Whisky

Das ist ein Teil des Einsatzbefehls, mit dem unser Üb-Lager 1 begonnen hat. Besser bekannt als Biwak. Nach der Bekanntgabe des Befehls wurden schnellstmöglich Waffen angenommen und das Gepäck aufgenommen um dann nocheinmal vor dem Block anzutreten. Dort wurden noch einmal schnell zwischen dem Feldwebel K. und dem Stabsunteroffizier F. die Gruppen getauscht, da, aus einem unbekannten Grund, die Gruppe des Feldwebels plötzlich vom Stuffz geführt werden sollte. Dann marschierten wir in Richtung der Biwakplätze ab.

Dort angekommen begannen alle Soldaten mit der Gesichts- und Helmtarnung, wobei viele schon ihre Waffe abstellten. Da Kanonier D. sich direkt bei den Waffen aufhielt, gingen sie davon aus, dass diese sicher sind. Jedoch kam plötzlich Oberfeldwebel B. vorbei und nahm von 4 Waffen die Trageriemen ab; darunter auch die vom Kanonier D., der weniger als einen Meter daneben stand. Mit Blick zu den G36. Um es mit den Worten vom Feldwebel K. zu sagen: „Pfosten. Vollpfosten.“ Da ich meine Soffie bei solchen Tätigkeiten immer auf dem Rücken trage, ist ihr nichts passiert.

Dann ging es an den Aufbau des Lagers. Die Zelte schnell aufgebaut, die Gräben, die Sickergrube und die Feuergrube ausgehoben. Dann kam der Feldwebel zu mir, hat mir gezeigt, wie er die Stellung des Alarmpostens haben will, dann sollte ich mir die Gruppe holen und die Stellung ausheben, den direkten Weg dorthin freischlagen, sowie das Vorfeld planieren. Das hat die Gruppe auch hervorragend und effektiv ausgeführt obwohl einige Soldaten ihre Waffe stets in der linken Hand halten mussten, da diese schließlich keinen Trageriemen mehr hatte. Währendessen hatte unser Gruppenmoslem, Kanonier Ö., den Auftrag das Kabel für den Ackerschnacker vom Platz der Gruppe zum Alarmposten verlegen. Dann haben wir noch zwei Baumstämme so gelegt, dass wir eine Stellung für die Gruppe hatten, in die sie im Alarmfall einfließen konnte. Dann gab’s nach der Ausgabe der abgenommenen Trageriemen auch schon Essen. Es war Hühnerfrikassé mit Reis, der gerne noch hätte zwei Minuten länger hätte kochen können. Danach wurde noch Feuerholz gesammelt bis es dunkel wurde, die geilsten Bratkartoffeln aller Zeiten gegessen und dann etwa 800m zur Schießbahn 6 marschiert um sich ein kleines Feuerwerk anzusehen. Das nannte sich dann „Hören und Sehen bei eingeschränkter Sicht“ und wurde under großem Material- und Personalaufwand durchgeführt. Das hat auch den anwesenden Oberstleutnant D., der das beobachtet hat, sehr erfreut. Als das beendet war habe ich mit meinem Zeltkameraden G. die erste Schicht im Alarmposten übernommen. Plötzlich nähern sich drei Gestalten. Ich mache den Anruf.

„November!“

Keine Reaktion.

„Halt! November!“

„Hier Hauptmann M. mit zwei Gästen; nehmen nicht an der Übung teil!“

Der Hauptmann ist dann mit dem Oberstleutnant und einem arabischen Hauptmann weiter zum Platz der Gruppe und hat dort mit den Soldaten geredet. Kurz danach kam der Gefreite Ro. am Alarmposten vorbei, den wir nach seinem „Nicht schießen, ich bin unbewaffnet!“ zwar darauf hingewiesen haben, dass dies die falsche Anwort wäre, aber dann keine weitere Maßnahmen gegen ihn ergriffen haben. Wiederum kurz später kam der Feldwebel K. vom Platz der Gruppe aus an unsere Stellung und erteilte uns ein präzises LANGEMARK. Dabei fragte ich ihn dann, wie das mit dem Schießen läuft, schließlich hatten wir Manöverpatronen im Gewehr. Er meinte, dass wir rumballern können, aber ich konnte ihn dann davon überzeugen, dass das keine so gute Idee sei, da wir keinen Gehörschutz tragen. Kurz vor Ende der Postenzeit kamen dann noch zwei Kanoniere vorbei, die auf den Anruf mit „Juliett“ antworteten. Ich rief daraufhin „Falsch!“ und nach einer etwa zweisekündigen Pause „Bumm! Sie sind tot!“. Den Feldwebel hat es sehr amüsiert, als ich dies berichtete. Schließlich wurden wir dann vom Alarmposten abgelöst und haben die Feuerwache übernommen. Kaum dass wir am Platz der Gruppe angekommen sind, hören wir hinter uns zwei Verschlüsse klacken. Unsere Nachfolger, die Kanoniere Ö. und Sl. haben Gestalten aufgeklärt, die auf Anruf nicht richtig antworten konnten und haben deshalb fertiggeladen. Zum Glück ist in diesem Augenblick der Feldwebel aufgetaucht und hat verhindert, dass sie feuern. Bei den Gestalten handelte es sich nämlich um Kampfschwimmer, die ihre eigene Übung durchführten. Dann ging’s aber auch schon in den wunderbar warmen Schlafsack.

Gegen 5:20Uhr Alpha-Zeit sind Gregor und ich am nächsten Tag aufgewacht und fragten uns sofort, warum es schon so spät ist, da wir eigentlich hätten um 5:00Uhr von der Feuerwache hätten geweckt werden müssen. Wie auch immer hat die Gruppe schnell den Zeitrückstand rausgearbeitet, hat Frühsport gemacht und dann verpflegt. Daraufhin ging’s auch schon los Richtung Hindernisbahn. Dort angekommen wurde der ganze zug wieder zusammengewürfelt und in drei vorrübergehende Ausbildungsgruppen eingeteilt. Meine Gruppe musste dann erstmal die Helm- und Gesichtstarnung verbessern. Daraufhin wurde mit dem hochmotivierten Feldwebel K. (er ist immer hochmotiviert, wenn er eine geladene Waffe in der Hand hält) der Feuerüberfall geübt. Das lief soweit ganz gut, nur das Einfließen in die Stellungen war nicht so toll, weil Gleiten und Nadelwaldboden zusammen sind nicht angenehm. Naja, Die Plastik-Manöverpatronen sind auch nicht ganz das Wahre, weil die in der Regel zu schwach sind, um den Verschluss nach hinten zu drücken und sie verkleben ebenfalls Verschlusskopf und Patronenlager. Dann gab es auch schon wieder Essen aus der Zauberdose aller Geschmacksrichtungen: Erbsensuppe, nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Danach ging’s ausbildungsmäßig über die HiBa.

Erstes Hindernis: „Der Fuchsbau“ ein etwa 50m langer Tunnel mit Kurven, der zu durchkriechen ist.

Zweites Hindernis: „Irischer Bock“ zwei parallele zwei Meter hohe senkrechte Holzbalken, die eine hölzerne Bahnschwelle tragen; flach zu überwinden. 

Drittes Hindernis: „Doppelseilstrecke“ Ein Seil zum draufstellen, eins zum Festhalten und ‘rüber.

Viertes Hindernis: „Einzelseilstrecke“ Ein Seil zum Drauflegen und rüberziehen. Fünftes Hindernis: „Die Hühnerleiter“ etwa zweieinhalb Meter hoch und halt ‘ne Leiter.

Sechstes Hindernis: „Die Treppe“ Vier Stufen von 40cm Höhe, mit Schlusssprüngen runter.

Siebtes Hindernis: „Der Reifentunnel“ Ein Tunnel aus LKW-Reifen; einfach durchkriechen.

Achtes Hindernis: „Die umgekehrte Hühnerleiter“ Zweieinhalb Meter hoch, vorne keine Sprossen, flach zu überwinden; sehr anstrengend.

Neuntes Hindernis: „Die Bärengrube“ Eine Grube von drei mal drei Metern, zwei Meter tief mit einer einen Meter hohen Zwischenwand, die flach zu überwinden ist; danach wieder aus der Grube rausklettern.

Zehntes Hindernis: „Die Hangelstrecke“ Acht Meter lang, zwanzig Sprossen und langhangeln.

Elftes Hindernis: „Die Baumstämme“ kein wirkliches Hindernis; liegende Baumstämme von etwa 50cm Durchmesser zum drüberspringen oder -klettern.

Zwölftes Hindernis: „Die Eskaladierwand“ Zwei Meter hoch, flach zu überwinden; eigentlich eins der berühmtesten Hindernisse.

Dreizehntes Hindernis: „Die Seilwand“ Drei Meter hoch, bestehend aus einem Holzrahmen und einem Seilnetz; hochklettern, flach überwinden, runterklettern, körperlich nicht anstrengend nur das Wenden ist bei einigen so’ne Kopfsache.

Vierzehntes Hindernis: „Der Schwebebalken“ 40cm über dem Boden, 10cm breit, 20m lang, mit Wendungen, zum Balancieren.

Fünfzehntes Hindernis: „Das Drahtgeflecht“ Drähte 40cm über dem Boden, Kieselsteine auf dem Boden, Durchgleiten und die HiBa ist zu Ende.

Es ging dann zurück zum Lager, Dann gab’s Abendverpflegung. Nasi Goreng, schmeckte ganz gut, sah aber scheiße aus. Zum Glück war’s dunkel. Danach sollten wir Marschbereitschaft herstellen um einen Erkundungsmarsch durchzuführen. Nachts. Da sich keiner freiwillig gemeldet hat, meldete ich mich, um Stress mit dem Feldwebel zu vermeiden, zum Kartenzeichnen. Dann ging’s zum Wolf und auf einer Essenstherme wurde die Karte ausgebreitet und vier Kanoniere nahmen Meldeblöcke und haben damit ihre Skizzen angefertigt. Auf der Karte, also hat man nichts von der Karte gesehen, so dass ich mir den Weg merken musste. Nach 5 Minuten war die Zeit zum Skizzieren vorbei und es wurde losmarschiert. Den Feldwebel fand’s nicht so toll, dass die Skizze praktisch nicht vorhanden war aber durch meine Gedächtnisleistung und meinen gesunden Menschenverstand sind wir ohne Umwege mit K.-Geschwindigkeit im Zielgebiet angekommen. Dort haben wir ein „seeländisches“ Fahrzeug aufgeklärt, worin zwei unserer Gefreiten Spähtrupp gespielt haben. Die haben aber nicht mit der K.-Geschwindigkeit gerechnet und haben geschlafen, ihr Wecker hätte 20 Minuten später geklingelt. Der Feldwebel hat die Gruppe 100m vor dem Fahrzeug im Schatten warten lassen, nahm mich als Nahbereichsverteidiger mit, hat sich mit mir von hinten an das Fahrzeug angeschlichen, zwei mal ans Seitenfenster geklopft und gesagt: „Sie sind tot!“ Kurz darauf sind wir auch wieder zurückmarschiert. Im Lager halt wieder Alarmposten und Feuerwache und dann schlafen.

Am nächsten Morgen gab es wieder Probleme beim Aufstehen. Zwar hat die Feuerwache diesmal alle Kanoniere geweckt, aber nicht den Feldwebel. Nach dem Essen haben wir dann das Lager abgebrochen und die Stellungen zugeschüttet und getarnt. Dann ging’s mit vollem Gepäck wieder zur HiBa, wieder Übung des Feuerüberfalls bis zum Essen. Das war unglaublich ekeliges Gulasch, das vom Hauptmann persönlich mit den Worten „Das ist ja einfacher, als ich mir das vorgestellt habe!“ ausgegeben wurde. Danach ging’s noch gefechtsmäßig über die Hindernisbahn und anschließend zurück zum Block. Dabei haben wir Daisy getragen. Und Daisy ist 3m lang, hat keine Arme und Beine, möchte aber was von der Welt sehen. Daisy ist ein Baumstamm. Am Block angekommen wurden erstmal die Waffen gereinigt und die persönliche Ausrüstung nachbereitet. Dann hieß es gegen 19.00Uhr „Dritter Zug vor dem Block in Linie antreten! Mit Helm und Handschuhen!“ Dort sagte uns der Zugführer, dass wir jetzt drei bis vier Kilometer laufen. Hochmotiviert, wie wir alle waren, liefen wir schleichenden Fußes los. Auffälligerweise waren alle Gruppenführer mit dabei. Nach 50m Lauf haben wir dann 20 Liegestütz gemacht und sind dann zurück zum Block geschwenkt. Dort sagte uns der Zugführer, dass er sich doch entschieden hätte, dass wir nicht laufen, sondern, dass wir jetzt einen schriftlichen Test schreiben würden und deshalb in den U-Raum im Keller gehen. Dort haben wir uns dann aufgestellt, am Ende kam der Hauptmann gefolgt von dem Gefreiten Ro., der zwei Bierkästen und einen kleinen Kasten Cola trug, herein. Jeder hat ein Bier oder wahlweise eine Cola gekriegt, der Zugführer hat zu uns gesprochen und unsere Leistungsbereitschaft im Biwak als „Bombensache“ bezeichnet, was auch vom Hauptmann bestätigt wurde. Dann wurde ausgetrunken aund das Biwak war offiziell vorbei.