Ich schreibe diesen Artikel, während ich gemütlich in meinem warmen Bettchen liege. Laptops sind toll für sowas. Außerdem kann man damit auch während der ausufernden Bahnfahrten wunderbarste Essays schreiben und die dann als Artikel veröffentlichen, so wie es bei „Warum ich Soldat bin“ schon geschehen ist.

I’m writing this article while lying comfortably on my warm bed. Laptops are great devices for this kind of things. While riding a train I also can use it to write most excellent essays  which are published when I am at home again, just as it has already happened with „the cause why I am a soldier“.

Heute morgen habe ich auf die Uhr gesehen und gemerkt, dass morgen der 24. ist. Und ich habe irgendwie gar keine Weihnachtsstimmung. Ich freue mich nicht drauf, den Vorfreude-Anfang-Termin habe ich irgendwie verpennt, aber ich bin auch nicht genervt…

Sehr seltsam…

 

I woke up in the morning and noticed that tomorrow is Christmas (in Germany we celebrate the 24. of December; with presents and all that stuff). But I don’t feel like Christmas in any way. I’m neither looking forward to it nor disturbed by all the people that are looking forward to it.

Die Rekruten haben ihre Beförderungen erhalten, der Hauptmann hat seine Abschlussansprache gehalten und die Feste sind gefeiert. (Zu Feiern, an denen nur Männer teilnehmen, soll sich jeder selbst eine Meinung bilden…) Die 80 Tage sind um. Die allgemeine Grundausbildung ist durchgestanden. Die Männer der neunten Batterie haben in ihren drei Zügen gemeinsam gekämpft, geübt, geteilt und nicht zuletzt gelitten und viele sind enge Freunde geworden. Und auch deshalb macht sich Wehmut breit. Die meisten wird man nie wieder sehen.
Außerdem werde ich in absehbarer Zeit nicht wieder die Natur so intensiv erleben. Jeden Tag Sonnenauf- und Untergang sehen, den Unbillen des Wetters trotzen, auf dem Übungsplatz mit jedem Atemzug den Wald aufnehmen (wenn man zu tief gleitet, dann nicht nur sensorisch, sondern auch materiell), den Vögeln zuhören, die Eichhörnchenbeobachten und sich Nachts im Alarmposten vor den Geräuschen des Waldes fürchten.
Jetzt sitze ich beim Versorger in einem Instandsetzungsbatallion und habe es warm. Die Vorgesetzten sind jetzt einfach nur noch Vorgesetzte und Mitarbeiter und nicht mehr Ausbilder, Stubenkontrolleur und Feinddarsteller in einem. Das ist nicht ganz unangenehm, aber es fehlt was.

 

The recruits got promoted, the captain held his goodbye-speech and the parties were celebrated. (Parties in which only men participate are a question of personal taste, I think…) The 80 days are over. The basic training has ended. The men of the 9. battery in their three platoons have fought, trained, shared and also suffered together. Many of them have become close friends. And this is why there is sadness. Most of them will never again see each other. And I most certainly will not experience nature that intense. Seeing sunrise and sunset every day, living in every weather, inhaling the forest with every breath, listening to the birds, watching the squirrels and fearing the sounds of the forest during night watch. Now I am in a unit that repairs vehicles and I’m sitting in a warm room. The commanders are just bosses and not trainer, inspector and enemy-actor in one. This isn’t really uncomfortable but something is missing.

Ich könnte es mir einfach machen und sagen, dass ich Soldat bin, weil ich dazu gezwungen werde. Theoretisch ist das sogar richtig, da die Wehrpflicht jeden männlichen Bürger zu einem militärischen Dienst heranzieht. In der Praxis ist dies jedoch zu einer persönlichen Wahl geworden, da Möglichkeiten, die ursprünglich dazu gedacht waren klassische Pazifisten nicht in eine Selbstkrise zu stürzen, auch von Leuten genutzt werden, die einfach nur die körperlichen Anstrengungen des Wehrdienstes fürchten. Dann gibt es noch Leute, die sich wegen Drogenkonsum ausmustern lassen. Wie sinnvoll diese Regelung ist, bleibt in Anbetracht der Verbreitung und der Akzeptanz des Cannabis-Konsums unter Jugendlichen fraglich. Man könnte zwar argumentieren, dass Leute, die mit Waffen umgehen absolut nüchtern sein sollten, jedoch gibt es bei mir in der Einheit einen Soldaten, bei dem erst bei der Eingangsuntersuchung Wirkstoffe im Urin festgestellt wurden. Dieser hat in seiner gesamten Grundausbildung nicht einen scharfen Schuss abgegeben, dennoch hält man ihn offenbar dafür befähigt einen Dienstgrad zu erhalten und in einer regulären Einheit seinen Dienst zu tun.

Doch zurück zu mir. Es waren vier realistische und mehr oder weniger legale Möglichkeiten gegeben, zwischen denen ich mich zu entscheiden hatte: der Wehrdienst, ein Zivildienst, eine langjährige Freiwilligenverpflichtung im Katastrophenschutz oder die Ausmusterung.
Letztere kam für mich von vornherein nicht in Frage, da ich meine Bürgerrechte schätze und meine Bürgerpflichten akzeptiere. Wäre ich gesundheitlich wirklich in einem Zustand gewesen, der mich aus dem „Vergabesystem“ entfernt, dann wäre das ersteinmal so gewesen, die Möglichkeit eines freiwilligen sozialen beziehungsweise ökologischen Jahres, das einige als Möglichkeit der Erfüllung des Zivildienstes nutzen, hätte mir weiterhin offengestanden.
Wobei wir schon bei der nächsten Alternative sind: dem Zivildienst. Ursprünglich als Alternative für all jene Leute gedacht, die es aus der Tiefe ihrer Persönlichkeit heraus ablehnen in einem Krieg zu kämpfen oder Menschen zu töten. Heutzutage findet man auch ehemalige Zivildienstleistende bei der Polizei, wo sie Schusswaffen tragen, die sie schlussendlich in die Lage versetzen können einem anderen Menschen das Leben zu nehmen. Ich persönlich sehe mich moralisch nicht gehemmt in der Verteidigung zu töten, damit fällt der klassische Grund schon mal weg. Ansonsten fände ich den „klassischen“ Zivildienst im Altenheim psychisch belastender als ein bisschen rumzumarschieren oder auf Mannscheiben zu schießen.
Die sechsjährige Verpflichtung im Katasrophenschutz würde ich in meinem Fall als feige Pflichtumgehung ansehen, da ich weder die notwendigen Qualifikationen besitze noch sicherstellen kann, dass ich dauerhaft am Standort meiner Wehr wohne, um efektiv einsetzbar zu sein. Ich habe zwar die richtigen Kameraden, die mich trotzdem in das Programm gebracht hätten, jedoch wäre das halt zu einem fruchtlosen Listenplatzbesetzen verkommen. Somit blieb durch Ausschluss der anderen Optionen nur der Wehrdienst als Alternative. Für mich selbst habe ich dann noch die Gegenprobe gemacht, um die Gegenargumente gegen den Wehrdienst zu entkräften.

These 1: Das Töten von Menschen ist in keinem Fall zu verantworten. – Hey, die würden mich auch töten wollen. In dieser Situation ist mir mein Leben echt lieber als das meiner Mitmenschen.

These 2: Befehl und Gehorsam; ist doch total scheiße, wenn man nicht machen kann, was man möchte. – Die Bundeswehr ist die durchdemokratisierteste Armee der Welt. In vermutlich keiner anderen hat man als einzelner Rekrut derartige Möglichkeiten nach oben zu treten und dabei mit hoher Wahrscheinlichkeit zu treffen. Die Ausbilder behandeln einen gut, sie haben auch keine andere Wahl.

These 3: Das ist ja total anstrengend! – Ach nee, na und? Ist doch keine Schande mal den Arsch hochzukriegen. Außerdem kann ich im Nachhinein sagen, dass das einen total geilen Körper gibt.

These 4: In casus belli ist man ja plötzlich wieder Soldat. Das ist ja total gefährlich! – Im Krieg wehre ich mich lieber organisiert, als einfach so auf mein Ableben zu warten. Atomwaffen unterscheiden nicht zwischen Soldaten und Zivilisten.

So war ich endlich in mir selbst dazu bereit Soldat zu werden, wenn auch nur für neun Monate, und jetzt – in medias res – kann ich behaupten, dass die Wahl weise war.

 

 
I could make things simple if I’d say „I am a soldier because I’m forced to be one.“ In theory this even would be true. In Germany the conscription wants every male citizen to do a military service. In reality this has become a personal choice. The options that were left to classical pacifists are misused by people that fear the physical challenges of the basic training. There are also people that use the fact that drug-consumers are declared to be incapable to do any service.
So I’ve had four realistic and more or less legal options to choose: military service, civilianservice, a long-term membership in a fire brigade or a similar organization or to be declared incapable of service.
Latter was no real option for me because I like my civil rights and accept my civil duties. Even if my health had been in a state that made me incapable to do military service I’d had the possibility to do a „Freiwilliges soziales Jahr“ or a „Freiwilliges ökologisches Jahr“ (voluntary social/ecological year) which is used by some people as a substitute to military service.
This takes us to the next option: the civilian service: First thought of as a chance for all the people that reject honestly to fight in a war or to kill people. Recently you can find some of these guys with the police where they bear arms which are designed to kill people. I do not see a conflict in my personal views on moral by killing people in defense. So the classical reason is gone. I even think that the „classical“ type of the civilian service which consists of caring for old people is psychically more challenging than a little running around and shooting at man-shaped targets.
That kind of binding membership for six years in a fire brigade or something similar I’d see as pointless because it would degenerate into simple being written on a list since I can not actively do that service when I move to a different location to be a student. So there is only the option of military service left. To be sure I also discussed the possible reasons against.

Thesis 1: You can not kill people. – Hey, they would also kill me, in this situation my life is more valuable to me than that of others.

Thesis 2: You have to follow orders; this sucks. – Bundeswehr are the most democratized armed forces in the world. In no other army a single recruit can take so many effective actions against his commanders.

Thesis 3: It’s so exhausting! – Well, duh… It should be, it’s the army. And you get an extremely sexy body. So where’s the problem?

Thesis 4: In casus belli you are a soldier again! This is extremely dangerous! – In war I’d rather defend myself in an organized form than wait for death to come. Nuclear weapons don’t difference between soldiers and civilians.

So I decided to be a soldier even if it’s just for nine months. And now – in medias res – I can say that I have chosen wisely.

Seit ich bei der Bundeswehr bin, wachsen mir überall total attraktive Muskeln. An sich ist das gut, aber früher, als ich noch weniger Muskeln hatte, hatte ich seltener Muskelkrämpfe, die konsequenterweise auch schwächer waren.

 

Since I’m in the army there are growing über-attractive muscles all over my body. This is good but some time ago, when I have had less muscles I also had less cramps which also were less intense.

Ich habe mich dazu entschlossen meinen Rechner wieder über ein Kabel mit dem DSL-Router zu verbinden und mit einem Schritt in die Vergangenheit W-LAN hinter mir zu lassen. Bei einem Desktop-PC ist Mobilität kein Faktor und die schwankende Verbindungsqualität sowie die ständigen Softwareprobleme haben mich dann aus der Drahtlosigkeit vertrieben.

Muss ich nur noch aufpassen, dass die Elektronen nicht aus der Kurve fliegen…

 

I’ve gone back to the cable. Those wireless networks have always trouble with the connectivity and stuff. My cable gives me a constant broadband connection. And since I do not have the habit of walking around with my desktop PC I will not get entangled.

I just have to have an eye on the electrons to take the bents.

Feindlage: Nach dem Abbruch der diplomatischen Beziehungen in 10/08 hat Seeland Anfang 11/08 seine Truppen im Grenzgebiet zu Bettina zusammengezogen. Es wird erwartet, dass der Feind versucht Brückenköpfe im Raum Oldenburg-Weißenhaus-Putlos zu errichten um danach in grob südlicher Richtung in Richtung Kiel vorzugehen. Dazu wird der Feind mit Spähtrupps vorgehen um Positionen für den Brückenkopf auszuspähen.

Eigenlage: Die vierte und neunte Batterie haben Camp Wagrien bezogen. Die Züge 1 und 3 der neunten Batterie beziehen Position bei Gabelwald und sichern den Wiederaufbau von Camp Wagrien in nördliche Richtung ab. Kampfbereitschaft ist bis 17.00 Uhr herzustellen.

Minenlage: Die Minengefahr wird als gering eingeschätzt.

Erkennungszeichen:

Bei Tag: Frage: Einmal Gewehr am rechten Arm ausstrecken. – Antwort: Zwei mal Helm über den Kopf halten.

Bei Nacht: mit Taschenlampe Frage: rot-grün-rot – Antwort: grün-rot-grün

Parole: 04.11.08: November – India; 05.11.08: Whisky – Sierra; 06.11.08: Kilo – Whisky

Das ist ein Teil des Einsatzbefehls, mit dem unser Üb-Lager 1 begonnen hat. Besser bekannt als Biwak. Nach der Bekanntgabe des Befehls wurden schnellstmöglich Waffen angenommen und das Gepäck aufgenommen um dann nocheinmal vor dem Block anzutreten. Dort wurden noch einmal schnell zwischen dem Feldwebel K. und dem Stabsunteroffizier F. die Gruppen getauscht, da, aus einem unbekannten Grund, die Gruppe des Feldwebels plötzlich vom Stuffz geführt werden sollte. Dann marschierten wir in Richtung der Biwakplätze ab.

Dort angekommen begannen alle Soldaten mit der Gesichts- und Helmtarnung, wobei viele schon ihre Waffe abstellten. Da Kanonier D. sich direkt bei den Waffen aufhielt, gingen sie davon aus, dass diese sicher sind. Jedoch kam plötzlich Oberfeldwebel B. vorbei und nahm von 4 Waffen die Trageriemen ab; darunter auch die vom Kanonier D., der weniger als einen Meter daneben stand. Mit Blick zu den G36. Um es mit den Worten vom Feldwebel K. zu sagen: „Pfosten. Vollpfosten.“ Da ich meine Soffie bei solchen Tätigkeiten immer auf dem Rücken trage, ist ihr nichts passiert.

Dann ging es an den Aufbau des Lagers. Die Zelte schnell aufgebaut, die Gräben, die Sickergrube und die Feuergrube ausgehoben. Dann kam der Feldwebel zu mir, hat mir gezeigt, wie er die Stellung des Alarmpostens haben will, dann sollte ich mir die Gruppe holen und die Stellung ausheben, den direkten Weg dorthin freischlagen, sowie das Vorfeld planieren. Das hat die Gruppe auch hervorragend und effektiv ausgeführt obwohl einige Soldaten ihre Waffe stets in der linken Hand halten mussten, da diese schließlich keinen Trageriemen mehr hatte. Währendessen hatte unser Gruppenmoslem, Kanonier Ö., den Auftrag das Kabel für den Ackerschnacker vom Platz der Gruppe zum Alarmposten verlegen. Dann haben wir noch zwei Baumstämme so gelegt, dass wir eine Stellung für die Gruppe hatten, in die sie im Alarmfall einfließen konnte. Dann gab’s nach der Ausgabe der abgenommenen Trageriemen auch schon Essen. Es war Hühnerfrikassé mit Reis, der gerne noch hätte zwei Minuten länger hätte kochen können. Danach wurde noch Feuerholz gesammelt bis es dunkel wurde, die geilsten Bratkartoffeln aller Zeiten gegessen und dann etwa 800m zur Schießbahn 6 marschiert um sich ein kleines Feuerwerk anzusehen. Das nannte sich dann „Hören und Sehen bei eingeschränkter Sicht“ und wurde under großem Material- und Personalaufwand durchgeführt. Das hat auch den anwesenden Oberstleutnant D., der das beobachtet hat, sehr erfreut. Als das beendet war habe ich mit meinem Zeltkameraden G. die erste Schicht im Alarmposten übernommen. Plötzlich nähern sich drei Gestalten. Ich mache den Anruf.

„November!“

Keine Reaktion.

„Halt! November!“

„Hier Hauptmann M. mit zwei Gästen; nehmen nicht an der Übung teil!“

Der Hauptmann ist dann mit dem Oberstleutnant und einem arabischen Hauptmann weiter zum Platz der Gruppe und hat dort mit den Soldaten geredet. Kurz danach kam der Gefreite Ro. am Alarmposten vorbei, den wir nach seinem „Nicht schießen, ich bin unbewaffnet!“ zwar darauf hingewiesen haben, dass dies die falsche Anwort wäre, aber dann keine weitere Maßnahmen gegen ihn ergriffen haben. Wiederum kurz später kam der Feldwebel K. vom Platz der Gruppe aus an unsere Stellung und erteilte uns ein präzises LANGEMARK. Dabei fragte ich ihn dann, wie das mit dem Schießen läuft, schließlich hatten wir Manöverpatronen im Gewehr. Er meinte, dass wir rumballern können, aber ich konnte ihn dann davon überzeugen, dass das keine so gute Idee sei, da wir keinen Gehörschutz tragen. Kurz vor Ende der Postenzeit kamen dann noch zwei Kanoniere vorbei, die auf den Anruf mit „Juliett“ antworteten. Ich rief daraufhin „Falsch!“ und nach einer etwa zweisekündigen Pause „Bumm! Sie sind tot!“. Den Feldwebel hat es sehr amüsiert, als ich dies berichtete. Schließlich wurden wir dann vom Alarmposten abgelöst und haben die Feuerwache übernommen. Kaum dass wir am Platz der Gruppe angekommen sind, hören wir hinter uns zwei Verschlüsse klacken. Unsere Nachfolger, die Kanoniere Ö. und Sl. haben Gestalten aufgeklärt, die auf Anruf nicht richtig antworten konnten und haben deshalb fertiggeladen. Zum Glück ist in diesem Augenblick der Feldwebel aufgetaucht und hat verhindert, dass sie feuern. Bei den Gestalten handelte es sich nämlich um Kampfschwimmer, die ihre eigene Übung durchführten. Dann ging’s aber auch schon in den wunderbar warmen Schlafsack.

Gegen 5:20Uhr Alpha-Zeit sind Gregor und ich am nächsten Tag aufgewacht und fragten uns sofort, warum es schon so spät ist, da wir eigentlich hätten um 5:00Uhr von der Feuerwache hätten geweckt werden müssen. Wie auch immer hat die Gruppe schnell den Zeitrückstand rausgearbeitet, hat Frühsport gemacht und dann verpflegt. Daraufhin ging’s auch schon los Richtung Hindernisbahn. Dort angekommen wurde der ganze zug wieder zusammengewürfelt und in drei vorrübergehende Ausbildungsgruppen eingeteilt. Meine Gruppe musste dann erstmal die Helm- und Gesichtstarnung verbessern. Daraufhin wurde mit dem hochmotivierten Feldwebel K. (er ist immer hochmotiviert, wenn er eine geladene Waffe in der Hand hält) der Feuerüberfall geübt. Das lief soweit ganz gut, nur das Einfließen in die Stellungen war nicht so toll, weil Gleiten und Nadelwaldboden zusammen sind nicht angenehm. Naja, Die Plastik-Manöverpatronen sind auch nicht ganz das Wahre, weil die in der Regel zu schwach sind, um den Verschluss nach hinten zu drücken und sie verkleben ebenfalls Verschlusskopf und Patronenlager. Dann gab es auch schon wieder Essen aus der Zauberdose aller Geschmacksrichtungen: Erbsensuppe, nicht überragend, aber auch nicht schlecht. Danach ging’s ausbildungsmäßig über die HiBa.

Erstes Hindernis: „Der Fuchsbau“ ein etwa 50m langer Tunnel mit Kurven, der zu durchkriechen ist.

Zweites Hindernis: „Irischer Bock“ zwei parallele zwei Meter hohe senkrechte Holzbalken, die eine hölzerne Bahnschwelle tragen; flach zu überwinden. 

Drittes Hindernis: „Doppelseilstrecke“ Ein Seil zum draufstellen, eins zum Festhalten und ‘rüber.

Viertes Hindernis: „Einzelseilstrecke“ Ein Seil zum Drauflegen und rüberziehen. Fünftes Hindernis: „Die Hühnerleiter“ etwa zweieinhalb Meter hoch und halt ‘ne Leiter.

Sechstes Hindernis: „Die Treppe“ Vier Stufen von 40cm Höhe, mit Schlusssprüngen runter.

Siebtes Hindernis: „Der Reifentunnel“ Ein Tunnel aus LKW-Reifen; einfach durchkriechen.

Achtes Hindernis: „Die umgekehrte Hühnerleiter“ Zweieinhalb Meter hoch, vorne keine Sprossen, flach zu überwinden; sehr anstrengend.

Neuntes Hindernis: „Die Bärengrube“ Eine Grube von drei mal drei Metern, zwei Meter tief mit einer einen Meter hohen Zwischenwand, die flach zu überwinden ist; danach wieder aus der Grube rausklettern.

Zehntes Hindernis: „Die Hangelstrecke“ Acht Meter lang, zwanzig Sprossen und langhangeln.

Elftes Hindernis: „Die Baumstämme“ kein wirkliches Hindernis; liegende Baumstämme von etwa 50cm Durchmesser zum drüberspringen oder -klettern.

Zwölftes Hindernis: „Die Eskaladierwand“ Zwei Meter hoch, flach zu überwinden; eigentlich eins der berühmtesten Hindernisse.

Dreizehntes Hindernis: „Die Seilwand“ Drei Meter hoch, bestehend aus einem Holzrahmen und einem Seilnetz; hochklettern, flach überwinden, runterklettern, körperlich nicht anstrengend nur das Wenden ist bei einigen so’ne Kopfsache.

Vierzehntes Hindernis: „Der Schwebebalken“ 40cm über dem Boden, 10cm breit, 20m lang, mit Wendungen, zum Balancieren.

Fünfzehntes Hindernis: „Das Drahtgeflecht“ Drähte 40cm über dem Boden, Kieselsteine auf dem Boden, Durchgleiten und die HiBa ist zu Ende.

Es ging dann zurück zum Lager, Dann gab’s Abendverpflegung. Nasi Goreng, schmeckte ganz gut, sah aber scheiße aus. Zum Glück war’s dunkel. Danach sollten wir Marschbereitschaft herstellen um einen Erkundungsmarsch durchzuführen. Nachts. Da sich keiner freiwillig gemeldet hat, meldete ich mich, um Stress mit dem Feldwebel zu vermeiden, zum Kartenzeichnen. Dann ging’s zum Wolf und auf einer Essenstherme wurde die Karte ausgebreitet und vier Kanoniere nahmen Meldeblöcke und haben damit ihre Skizzen angefertigt. Auf der Karte, also hat man nichts von der Karte gesehen, so dass ich mir den Weg merken musste. Nach 5 Minuten war die Zeit zum Skizzieren vorbei und es wurde losmarschiert. Den Feldwebel fand’s nicht so toll, dass die Skizze praktisch nicht vorhanden war aber durch meine Gedächtnisleistung und meinen gesunden Menschenverstand sind wir ohne Umwege mit K.-Geschwindigkeit im Zielgebiet angekommen. Dort haben wir ein „seeländisches“ Fahrzeug aufgeklärt, worin zwei unserer Gefreiten Spähtrupp gespielt haben. Die haben aber nicht mit der K.-Geschwindigkeit gerechnet und haben geschlafen, ihr Wecker hätte 20 Minuten später geklingelt. Der Feldwebel hat die Gruppe 100m vor dem Fahrzeug im Schatten warten lassen, nahm mich als Nahbereichsverteidiger mit, hat sich mit mir von hinten an das Fahrzeug angeschlichen, zwei mal ans Seitenfenster geklopft und gesagt: „Sie sind tot!“ Kurz darauf sind wir auch wieder zurückmarschiert. Im Lager halt wieder Alarmposten und Feuerwache und dann schlafen.

Am nächsten Morgen gab es wieder Probleme beim Aufstehen. Zwar hat die Feuerwache diesmal alle Kanoniere geweckt, aber nicht den Feldwebel. Nach dem Essen haben wir dann das Lager abgebrochen und die Stellungen zugeschüttet und getarnt. Dann ging’s mit vollem Gepäck wieder zur HiBa, wieder Übung des Feuerüberfalls bis zum Essen. Das war unglaublich ekeliges Gulasch, das vom Hauptmann persönlich mit den Worten „Das ist ja einfacher, als ich mir das vorgestellt habe!“ ausgegeben wurde. Danach ging’s noch gefechtsmäßig über die Hindernisbahn und anschließend zurück zum Block. Dabei haben wir Daisy getragen. Und Daisy ist 3m lang, hat keine Arme und Beine, möchte aber was von der Welt sehen. Daisy ist ein Baumstamm. Am Block angekommen wurden erstmal die Waffen gereinigt und die persönliche Ausrüstung nachbereitet. Dann hieß es gegen 19.00Uhr „Dritter Zug vor dem Block in Linie antreten! Mit Helm und Handschuhen!“ Dort sagte uns der Zugführer, dass wir jetzt drei bis vier Kilometer laufen. Hochmotiviert, wie wir alle waren, liefen wir schleichenden Fußes los. Auffälligerweise waren alle Gruppenführer mit dabei. Nach 50m Lauf haben wir dann 20 Liegestütz gemacht und sind dann zurück zum Block geschwenkt. Dort sagte uns der Zugführer, dass er sich doch entschieden hätte, dass wir nicht laufen, sondern, dass wir jetzt einen schriftlichen Test schreiben würden und deshalb in den U-Raum im Keller gehen. Dort haben wir uns dann aufgestellt, am Ende kam der Hauptmann gefolgt von dem Gefreiten Ro., der zwei Bierkästen und einen kleinen Kasten Cola trug, herein. Jeder hat ein Bier oder wahlweise eine Cola gekriegt, der Zugführer hat zu uns gesprochen und unsere Leistungsbereitschaft im Biwak als „Bombensache“ bezeichnet, was auch vom Hauptmann bestätigt wurde. Dann wurde ausgetrunken aund das Biwak war offiziell vorbei.

Auch wenn ich lange nichts geschrieben habe, gibt’s mich noch. Aber ich bin an Werktagen halt bei der Flugabwehr, letzte Woche sogar am Wochenende.

 

Even though I didn’t write anything during the last weeks I’m still there. But I’m with the air defence during the weeks. last week even at the weekend.

Ich bin dann mal weg. Ein wenig Urlaub in Olivgrün machen…

 

Well, I’m off some time. Holiday in green…

Koalition. Die Zusammenarbeit mehrerer Parteien zur Regierungsbildung. (Schadenfreude… Hach.)

Aber diese seltsamen Fantasien von SPD, den Grünen und zum Teil auch der Freien Wähler von einer knallbunten Koalition mit der FDP erinnert mich aber schon fast gefährlich an das Disaster der Weimarer Republik.

 

Bavaria has become democratic. After more than 40 years of CSU’s dictatorship absolute majority their votes dropped to significant under 50%. So there is need for an coalition to form government. This will obviously will be made up of CSU and FDP. But some folks of SPD, the Greens and the Free Voters have strange fantasies of some kind of „rainbow-coalition“ by making the FDP joining. These remind me in some form of the disaster fo Weimar Republic.

« Vorige SeiteNächste Seite »